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Der in Prag geborene und in Wien aufgewachsene vielseitig begabte Maler, Sammler, Kunstkritiker, Schriftsteller und Photograph Walter Bondy studierte in Wien, Berlin, München und Paris. Er lebte von 1903 bis 1914 in Paris, wo er die Académie Holosoi besuchte. Er bewegte sich im Malerkreis des „Café du Dôme“ und setzte sich mit den Impressionisten, aber auch mit Van Gogh, Cézanne und Matisse auseinanders. Bei Kriegsausbruch kehrte er nach Berlin zurück, malte und gründete 1927 die Zeitschrift „Kunstauktion“, die er bis 1930 herausgab. Der aufkommende Nationalsozialismus beunruhigte ihn mehr und mehr. 1932 verließ er Berlin, reiste zuerst in die Schweiz und ließ sich schließlich in Sanary-sur-Mer nieder, wo er schon mehrmals Aufenthalte verbrachte und malte. Um die Berliner Wohnung, in der auch seine Bilder lagern, kümmerten sich inzwischen seine Cousins, die Mäzene und Kunsthändler Paul und Bruno Cassirer. 1934 wurde die Miete zu teuer und Berlin ein heißes Pflaster für „entartete Kunst“. Ein Transport nach Wien wurde organisiert, da in der vom Vater, Otto Bondy, gegründeten Kabelfabrik in Wien-Meidling genügend Lagerraum für die Bilder Bondys war. 1938 wurde die Kabelfabrik arisiert, die dort gelagerten Werke sind seit damals verschollen. Nur selten taucht in den letzten Jahrzehnten das eine oder andere Werk Bondys auf dem Kunstmarkt auf. Bondy selber betrieb gemeinsam mit seiner jungen französischen Frau ein Photoatelier in Toulon in seinen letzten Lebensjahren und verstarb auch 1940 in Toulon. Unser Buchtip: Das flüchtige Paradies: Künstler an der Côte d´Azur. Manfred Flügge, 2008 (u.a. mit einem langen Artikel zu Walter Bondy)
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