Carry Hauser studierte an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und an der Wiener Kunstgewerbeschule. 1914 meldete er sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst, kehrte aber zum Pazifisten geläutert nach Wien zurück. Er lebte danach hauptsächlich in Wien aber auch sporadisch in Passau, wo er mit dem Maler Georg Philipp Wörlen befreundet war. Viele Werke aus dieser frühen Schaffensperiode, Zeugnisse des Kriegsschreckens, gingen jedoch in den Turbulenzen der Nachkriegszeit verloren. Ab 1928 war er Präsident des Hagenbundes. Im Ständestaat engagierte er sich in der Vaterländischen Front, bevor gegen ihn durch die Nationalsozialisten ein Berufs- und Ausstellungsverbot verhängt wurde. 1939 verließ Hauser Österreich, um einer Berufung an eine Kunstschule in Melbourne zu folgen. Der Kriegsausbruch verhinderte jedoch seine Ausreise nach Australien und zwang ihn zu einem Aufenthalt in der Schweiz, wo ihm Erwerbsbeschränkungen auferlegt wurden. Aus diesem Grunde war er während dieser Zeit hauptsächlich literarisch tätig. Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahr 1947 beteiligte sich Hauser am Aufbau des kulturellen Lebens in Österreich. Er wurde Generalsekretär des P.E.N.-Clubs und Ehrenpräsident des Neuen Hagenbundes. Als Maler genoss er in der Nachkriegszeit internationalen Ruf. Publizistisch trat er mit Artikeln über Kunst und Kunstfragen hervor. Seine Verdienste wurden durch öffentliche Aufträge und Auszeichnungen u.a. Goldene Medaille der Stadt Wien sowie durch die Verleihung des Professorentitels gewürdigt.
Mit 155 Arbeiten nimmt der Bestand an Kunstwerken von Carry Hauser innerhalb der Sammlung des Kunstkritikers Arthur Roessler einen wichtigen Platz ein. Carry Hauser lernt Roessler 1919 durch seinen Freund, den Dichter Franz Theodor Csokor kennen. Roessler ist von den Bildern Hausers begeistert und schließt einen Vertrag ab, der Hauser ein monatliches Einkommen sichert und ein ungehindertes Malen ermöglicht. Roessler organisiert auch Ausstellungsmöglichkeiten für Hauser, wodurch es 1919 zur ersten großen Schau im Haus der jungen Künstlerschaft und in der Folge zu etlichen weiteren Ausstellungen kommt.











