Albert Birkle vollzog nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eine Lehre als Dekorationsmaler im väterlichen Betrieb und studierte dann ab 1918 an der Hochschule für bildende Künste in Berlin und bis 1927 als Meisterschüler bei Arthur von Kampf. Albert Birkle formierte in diesen Studienjahren einen religiös geprägten, sozialkritischen Realismus mit formalästhetisch-neusachlichen Zügen. Vor allem in seinen eigenwilligen Charakterköpfen vermittelte er karikierende Ansätze. Der Künstler ehelichte 1924 die Kunstgewerblerin Elisabeth Starosta. Das Angebot einer Professur an der Königsberger Akademie lehnte der Künstler 1927 ab, um Aufträge für kirchliche Wandmalereien u.a. in Gaislingen und Kattowitz ausführen. 1927 präsentierte sich Birkle auch das erste Mal mit einer Einzelausstellung in Berlin, wo er sich einen potenten Sammlerkreis aufbauen konnte. Im Umbruch der Machtergreifung Hitlers übersiedelte Birkle nach Salzburg wobei er sein Berliner Atelier beibehielt. 1936 stellte er in der Berliner Nationalgalerie aus und vertrat Deutschland auf der Biennale in Venedig. Die Bilder, die der Künstler 1936 in der Lagunenstadt ausstellte, wurden 1937 im Haus der Deutschen Kunst in München entfernt; weitere Werke aus öffentlichen Sammlungen wurden als „entartet“ beschlagnahmt; über den Künstler kurzzeitig Malverbot verhängt. Birkle meldete sich freiwillig zum Reichsarbeitsdienst, wodurch er sich vorübergehend den Militärdienst ersparte. 1946 erhielt Birkle die österreichische Staatsbürgerschaft und widmete sich in seiner neuen Wahlheimat vor allem sakralen Gestaltungswegen als Glasmaler in der er durch die Anwendung der aus Frankreich kommenden „Dalleglas-Technik“ neue Wege beschritt. 1958 wurde Birkle der Professorentitel verliehen. Thematisch griff der Künstler auf frühere Motive der 20er und 40er Jahre zurück und beschränkte sich nahezu ausschließlich auf das Medium der Glasmalerei.








